Pilze des Naturlehrgebiets

Über 20 Jahre Pilzebeobachtungen im Naturlehrgebiet!

Seit 1984 untersuchte Peter Meinen, Pilzkontrolleur, regelmässig die Pilze im Naturlehrgebiet. Nicht weniger als 510 Pilzarten konnte er und weitere Fachleute im Naturlehrgebiet feststellen, darunter ein paar Besonderheiten, wie z.B. der Pilz Holwaya mucida, der in ganz Europa nur 11 Mal nachgewiesen wurde. Dieses Jahr hat Peter Meinen seine Beobachtungen der 20 Jahre in einer umfassenden Liste zusammengestellt.

Die vollständige Liste der Artnachweise (Stand 2006) können Sie hier herunterladen

Mykologische Betrachtung des Naturlehrgebietes
Die ehemalige Kiesgrube, die zum Naturlehrgebiet umgestaltet wurde, ist einer der interessantesten Lebensräume für Pilze im Kanton Luzern. Die verschiedenen ökologischen Einheiten, sowie der schadstoffarme Boden ergeben für Pilze einen einzigartigen Lebensraum. Dazu gehören auch die verschieden Totholzlager, die durch Holzstöcke ergänzt werden. Dies können Gründe sein, dass auf einer relativ kleinen Fläche von 52`000 Quadratmetern, eine grosse Artenvielfalt von Pilzen nachgewiesen wurden.


Portraits einiger Pilze im Naturlehrgebiet (Auszug aus der Gesamtliste):


Bondarzewia mesenterica
Gemeiner Bergporling

Der Gemeine Bergporling wächst vorzugsweise an altem Tannenholz. Auch im Naturlehrgebiet wurde er am 21. Aug. 2001 am südlichen Ausgang an einem Tannen-Strunk gefunden. Er ist eher ein seltener Pilz und steht auf der Roten Liste.

Calocybe gambosa Maipilz

Der Maipilz ist ein beliebter Speisepilz mit angenehmem Mehlgeruch. Er w ächst von April bis Juni auf Waldlichtungen, an grasigen Wegen und im Gebüsch. Er wurde im Naturlehrgebiet am 29. Mai 1984 auf Walboden gefunden. Oft bildet er Hexenringe. Man kann ihn mit dem stark giftigen Ziegelroten Risspilz (Inocybe patoullardii) verwechseln.

Ganoderma lipsiense Flacher Lackporling

Der Flache Lackporling wächst vor allem auf Laubholz als Wundparasit. Er ist überall, so auch im Naturlehrgebiet, häufig. Sein Fruchtkörper ist horizontal am Substrat breit angewachsen. Seine Unterseite ist feinporig.


Holwaya mucida Schwarzbecher

Sein Fruchtkörper ist schlüsselförmig (4 - 9 mm Durchmesser), 4 - 10 mm hoch, schwarz und glänzt nicht. Der Schwarzbecher bricht aus der Rinde eines Baumstammes hervor. Er ist der seltenste Pilz im Naturlehrgebiet: Für diesen Pilz sind in Europa nur 11 Standorte bekannt. Im Naturlehrgebiet hat ihn Josef Breitenbach am 24. Okt. 1987 am Bachufer auf einem Lindenstrunk entdeckt.

Megacollybia platyphylla Gemeines Breitblatt

Das Gemeine Breitplatt ist ein grosser Pilz mit graubräunlichem oft eingerissenen Hut. Er kommt vom Mai bis Oktober in feuchten Wäldern an stark moderigem Holz vor. Im Naturlehrgebiet wurde er am 10. Juli 1984 im südlichen Teil an moderigem Nadelholz nachgewiesen. Das Gemeine Breitblatt ist giftig.

Mycena amicta Geschmückter Helmling

Kleiner Fruchtkörper des Geschmückten Helmlings kommt vom Frühsommer bis Herbst im Nadelwald vor. Er wächst im südlichen Nadelwald des Naturlehrgebietes häufig auf Rindenstücken. Sein Stiel ist auf ganzer Länge flaumig. Er ist ungeniessbar.

 

Tarzetta catinus Tiegelförmiger Napfbecherling

Der Tiegelförmige Napfbecherling macht becherförmige Fruchtkörper, die oft in den Boden eingesenkt sind. Deshalb wird er oft übersehen, obwohl er gar nicht so selten ist. Im Naturlehrgebiet wurde er am 10. Juni 1989 am Boden neben dem Waldweiher entdeckt.

Pilzexkursion mit Peter Meinen , Pilzkontrolleur Willisau

Peter Meinen kartiert seit über 20 Jahren die Pilze im Naturlehrgebiet, er kennt diese Bewohner des Lehrgebietes wie seine eigene Hosentasche. Auf der Exkursion wird, je nach Publikum, Allgemeines aus der Pilzwelt berichtet, die vorhandenen Pilzarten werden angeschaut und deren Eigenheiten besprochen.

Je nach Wunsch dauert eine Exkursion 2 - 4 Stunden. Anschliessend kann eine Pilzsuppe gekocht werden (+ 1 Stunde).

Pilzexkursionen werden vorab am Montag Nachmittag und am Freitag angeboten. Die Durchführbarkeit ist wetter- und saisonabhängig. Eine Exkursion kann auch mit anderen Aktivitäten im Naturlehrgebiet kombiniert werden. Für Nachfragen und Reservationen nehmen Sie bitte mit den Betreuern des Naturlehrgebietes Kontakt auf.

Pilzexkursionen können für alle Altersstufen angeboten werden. Die beste Zeit ist nach den Sommerferien bis Herbst.

Eine Pilzexkursion kostet für Schulklassen zwischen Fr. 100.- und 150.- (je nach Dauer), für Private Fr. 300.-. Eine anschliessende Pilzsuppe kostet zusätzlich 50.- (Schulklassengrösse).

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