Die in tropischen Gebieten heimische Apfelschnecke wurde ins Naturlehrgebiet Ettiswil eingeschleppt. Sie gefährdet die einheimischen Amphibienarten und Wasserpflanzen und musste deshalb mit grossem Aufwand entfernt werden. Tiere die von Tierhalterinnen und Tierhaltern nicht mehr betreut werden können, dürfen nicht in die freie Natur gesetzt werden. Sie werden an andere Tierhaltende oder bei Auffangstationen abgegeben.
Ende März entdeckte eine Familie beim Spazieren im Naturlehrgebiet Ettiswil etwas Aussergewöhnliches: Im Förderteich für Gelbauchunken sind neben den einheimischen Amphibien auch Apfelschnecken zu beobachten. Das sind Süsswasserschnecken, die in den tropischen Teilen Amerikas, Afrikas und Asiens beheimatet sind. Bei uns sind die bunten Wassertiere bei Tierhalterinnen und Tierhaltern beliebt, da sie einfach zu halten und gut zu beobachten sind. Es muss davon ausgegangen werden, dass jemand sein Aquarium im Naturlehrgebiet in den Teich gekippt hat, um so die Tiere loszuwerden.

 

Schäden durch eingeschleppte Arten


Während Apfelschnecken in ihrem natürlichen Ökosystem sehr nützlich sind, können sie als eingeschleppte Tiere riesige Schäden verursachen. Im Ebrodelta Spaniens zum Beispiel, hat sich diese Art seit 2009 stark ausgebreitet und sich zu einem schweren Schädling in den Reisfeldern entwickelt. Da in ihrer ursprünglichen Heimat  die Temperaturen bis knapp über den Gefrierpunkt absinken können, ist ein Überleben auch in europäischen Ländern denkbar. Leider zählen verschleppte und ausgesetzte Apfelschnecken zwischenzeitlich weltweit zu den gefährlichen und invasiven Arten. In vielen Ländern sind riesige Schäden in Reisfeldern sowie die Verdrängung einheimischer Wasserpflanzen und Tierarten zu vermelden. Daher wurde Einfuhr und Handel aller Arten aus der Gattung Pomacea, zu der die Apfelschnecken zählen, seit dem 1. Januar 2013 innerhalb der EU und der Schweiz verboten!


Grosser Aufwand um Ausbreitung zu stoppen


Als Amphibienlaichgebiet von nationaler Bedeutung ist das Naturlehrgebiet Ettiswil für viele bedrohte Amphibienarten wichtig. Es beheimatet auch weitere einheimische Tier- und Pflanzenarten, die auf intakte Lebensräume angewiesen sind. Um die Ausbreitung der potenziell gefährlichen und invasiven Art im Naturlehrgebiet zu verhindern, wurden in Zusammenarbeit mit der Dienststelle Landwirtschaft und Wald (lawa) des Kanton Luzern verschiedene Massnahmen beschlossen. Im Fall der Apfelschnecken wurden über 40 Tiere mit Netzen aus dem Teich gefischt! Es folgte eine aufwendige Prozedur, um eine Ausbreitung dieser invasiven Art zu verhindern. Trotz der Laichsaison musste das Wasser aus dem betroffenen Teich gepumpt und ein Schneckenzaun um diesen errichtet werden. Anschliessend erfolgte eine fachgerechte Entsorgung von Laub und Sediment aus dem  Teich. Zudem muss der Teich und seine Umgebung in nächster Zeit intensiv überwacht werden, ob allenfalls überlebende Apfelschnecken vorhanden sind.


Verantwortung der Tierhalterinnen und Tierhalter


An dieser Stelle erfolgt der dringende Appell an Tierhalterinnen und Tierhalter: Tiere, die nicht mehr gehalten werden können, sind an einen geeigneten Tierhalter oder Tierhalterin weiterzugeben. Sie dürfen nicht ausgesetzt werden! In vielen Fällen sterben diese Tiere einen qualvollen Tod. Diejenigen, die überleben, können einen negativen Einfluss auf die ursprüngliche Fauna haben und im Extremfall zum Aussterben einheimischer Arten führen!

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