Am Pfingstsamstag drehte sich auf der öffentlichen Führung im Naturlehrgebiet alles um die Wildbienen. Die Wildbienenkennerin Deborah Millett, die mit viel Herzblut als Präsidentin des Naturschutz Vereins wildBee.ch fungiert, brachte Interessierten die pelzigen Tierchen mir ihrem enormen Fachwissen näher. Über 45 Besucher nahmen an der Exkursion teil  und konnten bei sehr warmem Wetter diverse Wildbienen beobachten! Eine faszinierende Vielfalt von etwa 620 Wildbienenarten lebt in der Schweiz. Doch die Hälfte dieser unverzichtbaren Bestäuber ist bedroht: Sie sind dringend angewiesen auf Lebensraum, Nahrung und Nistplätze.


Welches sind die Unterschiede zwischen den Wild- und Honigbienen? Warum sind die kleinen pelzigen Tierchen für unsere Nahrungsgrundlage und die Biodiversität extrem wichtig? Wie funktionieren die Brutzellen und welche Pflanzen bieten für die Wildbienen Nahrung? Wie baue ich eine Sinnvolle Nisthilfe?  Auf dem Rundgang durch das Naturlehrgebiet lernten wir das Leben der faszinierenden Insekten besser kennen. Die verschiedenen Lebensräume der einzelnen Arten konnten in Natura besucht und beobachtet. “ Wenn die Biene einmal von der Erde verschwindet, hat der Mensch nur noch vier Jahre zu leben. Keine Bienen mehr, keine Bestäubung mehr, keine Pflanzen mehr, keine Tiere mehr, kein Mensch mehr.”Dieses bekannte Zitat von Albert Einstein verdeutlicht, wie wichtig Wild- und Honigbienen für unsere Nahrungsgrundlage sind. Wildbienen leisten durch ihre Bestäubung von  Wild- und Kulturpflanzen einen unverzichtbaren Beitrag, den Honigbienen nicht allein erbringen können, denn rund  80% der Blütenpflanzen sind auf Insektenbestäubung angewiesen! Studien belegen, dass 600 Mauerbienen eine Hektar Obstbäume bestäuben. Für dieselbe Leistung braucht es 120'000 Honigbienen! Auch die Hummeln gehören zu den Wildbienen und besuchen durchschnittlich pro Tag  5000 verschiedene Blüten! Eine Hummelkönigin schafft es also durchaus einen ganzen Apfelbaum alleine zu bestäuben.


Schon mit kleinen Massnahmen kann man Wildbienen wirkungsvoll helfen. Nicht die Insektenhotels sind die Lösung, denn den Wildbienen fehlt es viel mehr an Lebensräumen. Mit einheimischen Pflanzen im Garten bietet man auch den einheimischen Insekten, eine grosse Palette an Nahrung an, die sie sofort annehmen. Besonders wichtig sind für die Wildbienen die verschiedenen einheimischen Glockenblumenarten. Wer die Möglichkeit hat statt englischem Rasen eine Blumenwiese anzupflanzen, der wird sich nicht nur an den vielen Blüten freuen können sondern auch an einer grossen Vielfalt von Wildbienen. Eine weitere Fördermöglichkeit sind offene Sandfächen zu schaffen, denn der grösste Teil der Wildbienenweibchen graben dort ihre Niströhren.  Im Juni werden die ersten Sommer- Wildbienenarten aktiv und lassen sich in den warmen Mittagsstunden gut an Blüten beobachten. Die gewöhnliche Löcherbiene kann durch das auffällige Pollensammeln leicht bestimmt werden. Sie klöpfelt mit den Hinterbeinen auf die Korbblütler, was sich super von blosem Auge beobachten lässt! Im Naturlehrgebiet gibt es vieles zu entdecken – nicht nur bei einem Spaziergang, sondern auch bei den Führungen mit Gruppen oder an den öffentlichen Anlässen.

Wildbienen habe unterschiedliche Farben, Formen und Grössen!

Die Hahnenfuss- Schrenbiene auf der Blühte vom Scharfen Hahnenfuss. 

Im Vergleich dazu eine Honigbiene auf den weissen Blüten des Hartriegels.

Im Reich der Wildbiene lauert überall Gefahr...! Hier hat eine Krabbenspinne eine Honigbiene erbeutet...

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Agenda

Do. 26.10.17

Vortrag: Wasseramsel
Stefanie Pfefferli, Betreuerin Naturlehrgebiet Buchwald
Zeit: 18:30 – 20:00 Uhr


Sa. 11.11.17
Arbeitseinsatz
Zusammen mit dem NAVO Ettiswil-Alberswil
Zeit: 9:00 – 13:00 Uhr


Details unserer Veranstaltungen

 

 

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