Am Samstag 26.August fand bei sehr schönem und warmem Wetter eine Kräuterwanderung im Naturlehrgebiet statt. Mit viel Begeisterung und Herzblut erzählte der Feldbotaniker und Phytotherapeut Marco Bobst interessantes über die Anwendung der Heilpflanzen. Knapp 30 Besucher und Besucherinnen nahmen an dem öffentlichen Anlass teil.

Die Gemeine Nachtkerze (Oenothera biennis) gilt heutzutage schon beinahe als heimische Pflanze - dabei ist sie eigentlich ein Neophyt, der im 17. Jahrhundert von Nordamerika (als Zierpflanze) in unsere hiesigen Gefilde eingeschleppt wurde, sich seither kräftig verbreitet und als Gemüse-/Heilpflanze einen Namen gemacht hat. Die gelben Blüten der Nachtkerze duften köstlich und werden gerne von Nachfaltern angeflogen.  Die komplette Pflanze kann gegessen werden. Die Blüten können als Salat gegessen werden. Aus den Samen wird das begehrte Nachtkerzen-Öl (z.B. zur inneren Anwendung bei Neurodermitis oder als Bestandteil von Hautcremes) gewonnen. Die Samen können auch in einem Müesli gemischt werden. Blätter und Wurzeln lassen sich als Gemüse verzehren, wobei die Farbe der Wurzel (nach dem Kochen) der Pflanze den Namen "Schinkenwurz" einbrachte. Die rosa Wurzel wurde früher oft als Fleischersatz genutzt.

Der Beifuss (Artemisia vulgaris) wächst an vielen Wegrändern und wird meistens gar nicht als wertvolle Heilpflanze wahrgenommen. Im NLGB ist er vorallem auf der Ruderalfläche zu finden. Seine dunkle Blattfarbe und unauffälligen Blüten führen zu dieser allgmeinen Ignoranz. Weitere deutsche Trivialnamen sind Besenkraut, Fliegenkraut, Gänsekraut, Johannesgürtelkraut, Jungfernkraut, Sonnenwendkraut, Weiberkraut, Wilder Wermut oder Wisch. In früheren Jahrhunderten galt der Beifuss als Mutter aller Kräuter. Er wurde gegen zahlreiche Frauenbeschwerden und Verdauungsprobleme eingesetzt und sollte ausserdem auf magische Weise stärken und schützen. Traditionell wird auch die Martinsgans mit Beifuss gewürzt.

Das Johanniskraut (Hypericum perforatum) ist die bekannteste typische Mittsommerpflanze. In den Tagen um die Sommersonnenwende öffnet das Johanniskraut seine leuchtend gelben Blüten an Wegrändern, lichten Gebüschen und Böschungen.  Die Blüten mit Olivenöl angesetzt, ergeben ein  rotes Öl, welches sich zum entzündungshemmend wirkt. Getrocknete Johanniskraut-Blüten als Tee bringt wärmende Sonnenstrahlen in depressive Gemüter. Das wusste schon Paracelsus im Mittelalter und heutzutage wird dieses Wissen sogar von der Schulmedizin bestätigt.

Der Ufer-Wolfstrapp (Lycopus europaeus) :  Als Arzneipflanze dienen die kurz vor der Blüte geernteten oberirdischen Pflanzenteile. Die daraus hergestellten Fertigpräparate werden bei leichter Schilddrüsenüberfunktion und deren Begleiterscheinungen wie Nervosität und Herzrasen eingesetzt.

Die Brennessel (Urtica dioica) war früher eine sehr wichtige Pflanze! Sie wurde nicht nur gegessen sondern aus den Fasern wurden sogar Seile hergestellt! Bei Berührung der frischen Pflanze brechen die kugelförmigen Spitzen der Brennhaare ab, so dass ihr Inhalt (Ameisensäure, biogene Amine und weitere, noch nicht bekannte Substanzen) in der Haut freigesetzt wird. Dies bewirkt das typische Brennen auf der Haut und die Quaddelbildung. Junge Blätter und Triebe besitzen noch keine Brennhaare. Sie können als nährstoffreiches Gemüse oder Salat verzehrt werden. Medizinische Verwendung finden überwiegend Blätter oder Wurzeln.  Im Anschluss der Führung kochten wir eine Brennesselsuppe. Mit wenig Aufwand lässt sich eine sehr gesunde und aromatische Suppe (in der viel Eisen enthalten ist) zubereiten!

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Agenda

Do. 26.10.17

Vortrag: Wasseramsel
Stefanie Pfefferli, Betreuerin Naturlehrgebiet Buchwald
Zeit: 18:30 – 20:00 Uhr


Sa. 11.11.17
Arbeitseinsatz
Zusammen mit dem NAVO Ettiswil-Alberswil
Zeit: 9:00 – 13:00 Uhr


Details unserer Veranstaltungen

 

 

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