Jedes Jahr wählt die Deutsche Gesellschaft für Herpetologie und Terrarienkunde e.V. (DGHT) den Lurch des Jahres. Im Jahr 2018 wird der Fokus auf eine vermeintliche Allerweltsart unter den Amphibien gerichtet. Der Grasfrosch ist noch weit verbreitet und vergleichsweise häufig. Auch im Naturlehrgebiet laicht er jedes Jahr. Dennoch sind gerade bei dieser Art seit Jahren an vielen Orten bedenkliche Bestandsrückgänge zu beobachten.

Vor allem in landwirtschaftlich genutzten Gebieten sind zahlreiche der einst grossen Grasfroschpopulationen mit Laichplätzen, die im Frühjahr viele hundert oder gar tausend Laichballen umfasst haben, im Rückgang begriffen; mancherorts sind die Bestände fast ganz zusammengebrochen.

Noch wird der Grasfrosch in den Roten Listen Deutschlands, der Schweiz und Luxemburgs als „ungefährdet“ eingestuft, doch zumindest in Österreich gilt die Art als „potenziell gefährdet“. In den letzten Jahren wurde an vielen Orten eine deutliche Schwächung vieler ehemals individuenstarker Grasfroschpopulationen beobachtet, die Zukunftsaussichten für den Grasfrosch in Mitteleuropa sind nicht unbedingt rosig. Zu den hauptsächlichen Gefährdungsursachen zählen wie bei den meisten Amphibien die Intensivierung der Landwirtschaft und die zunehmende Zersiedlung der Landschaft durch Industrie- und Wohngebiete, aber auch durch Strassenbau. Die Zerschneidung der Lebensräume durch stark befahrene Verkehrsadern führt besonders beim Grasfrosch, der regelmässige Wanderungen zwischen seinen Laichgewässern und den Sommer- und Winterquartieren unternimmt, zu grossen Verlusten.

Die Zeiten, zu denen Grasfrösche noch als „Märzenfrösche“, Fastenspeise oder „Armeleuteessen“ säckeweise abgesammelt wurden, sind glücklicherweise vorbei. Doch Ungemach droht auch von Amphibienkrankheiten durch gefährliche Erreger wie Ranavirus und Chytridpilz. Und eine weitere Gefahr könnte aus dem aktuellen Insektensterben entstehen, das noch kaum erforscht ist, aber derzeit als „Windschutzscheiben-Phänomen“ heiss diskutiert wird (anders als heute musste man früher bei sommerlichen Autofahrten übers Land regelmässig die Windschutzscheibe von toten Insekten befreien). Tatsächlich hat die Biomasse der Insekten, die beim Grasfrosch einen Grossteil der Nahrung ausmachen, in vielen Lebensräumen innerhalb weniger Jahre um die Hälfte, an manchen Stellen um bis zu 75 % abgenommen. Was dies für den Grasfrosch bedeutet, dem als Räuber, aber auch als wichtiges Beutetierim Beziehungsnetz der Natur eine ökologische Schlüsselstellung  zukommt, mag sich jeder selbst ausmalen. Der Grasfrosch ist die am weitesten in Europa verbreitete Anurenart und besiedelt sogar noch die nördlichsten Regionen des Kontinents bis fast zum Nordkap. Doch auch diese so anpassungsfähige Amphibienart benötigt unsere Unterstützung, um langfristig in der mitteleuropäischen Kulturlandschaft überleben zu können.

Quelle und umfangreiche Broschüre zum Grasfrosch: hier

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Jeden Sonntag zwischen 15.4- 01.07.18, kostenlos
Zeit: 14:00 – 17:00 Uhr


Sa. 19.05.18

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Roman Bühler, Ornithologe
Zeit: 7:00 – 10:00 Uhr

Festival der Natur
Ein Tag für Naturinteressierte, Familien und Kinder
Zeit: 10:00 – 17:00 Uhr


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