An Wasser und an Land

Die vermutlich populärsten Bewohner des Gebiets sind Wasserfrosch und Zauneidechse. Amphiben und Reptilien lassen sich bei passendem Wetter hautnah erleben und bobachten.  Als Amphibienlaichgebiet von nationaler Bedeutung trägt das Naturlehrgebiet eine besondere Verantwortung für diese Tiere.

Von den Froschlurchen sind im Naturlehrgebiet drei Arten anwesend: Die grossen Laichballen, die schon im März in den Teichen zu finden sind, stammen vom ansonsten unauffälligen Grasfrosch. Der laut quakende, häufige Wasserfrosch wagt sich erst ab etwa Mitte April aus dem Überwinterungsversteck hervor. Ein Sonderfall ist der Laubfrosch. Dieser Bewohner von Fluss- und Seeauen ist im Kanton Luzern ausgestorben, wurde aber im Naturlehrgebiet künstlich angesiedelt. Im Jahre 2000 quakten stolze 30 Männchen lautstark, vor allem abends. Bereits damals wurden jedoch Anzeichen von Inzucht festgestellt. Vielleicht sind es aus diesem Grund heute nur mehr etwa fünf rufende Männchen.

Vereinzelt kommen im Lehrgebiet auch die Erdkröte und die Gelbbauchunke vor. Die Population der Gelbbauchunken hat durch geeignete Förderungsmassnahmen in den letzten Jahren stark zugenommen. Die Pionierart braucht frisch angelegte Teich mit wenig Vegetation und vor allem wenig Feinden. Eine statistische Untersuchung der Gelbbauchunken-Beobachtungen von 2003 bis 2012 (pdf) zeigt dann auch, dass die scheinbaren Überlebenswahrscheinlichkeiten der Art im NLGB zunehmen.

Von den Schwanzluchenarten sind alle im Mittelland vorkommenden Molcharten anzutreffen. Neben dem häufigen Bergmolch und dem Fadenmolch sind auch sehr seltene Arten wie der Kammmolch und der Teichmolch zu beobachten.

Die einzige Schlangenart, die hier vorkommt, ist die harmlose Ringelnatter. Schwimmend und tauchend jagt sie Frösche. Die Ringelnattern wurden vor längerer Zeit eingeführt - leider waren das Tiere einer anderen Unterart als der bei uns heimischen.  Auch die einheimische Ringelnatter kommen im Naturlehrgebiet vor. Auch wenn die Färbung bei den Ringelnattern sehr variabel sein kann, ist doch der orange Halbmond ein Kennzeichen der ausländischen Unterart. Bei den einheimischen Ringelnattern ist er eher crèmefarben.
Die Uni Basel hat über das Thema eine Studie verfasst (pdf). Diese zeigt auf, bis zu welchem Grad sich die verschiedenen Unterarten der Ringelnattern im und um das Naturlehrgebiet schon vermischt haben. Die Studie kommt zum Resultat, dass die genetische Vermischung bei den überprüften Tieren zum Glück noch nicht sehr stark ist. Nebst der Ringelnatter leben zwei andere Reptilienarten im Naturlehrgebiet. Es sind Zauneidechse und Blindschleiche. Diese sind sicher autochthon, das heisst, sie kommen hier ohne menschliches Zutun vor.

 

 

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