Am Sontagmorgen 27.10. fand bei sehr schönem und warmem Herbstwetter eine Pflanzenführung im Naturlehrgebiet statt. Mit viel Begeisterung und Herzblut erzählte der Feldbotaniker und Naturheilpraktiker Marco Bobst interessantes über die Anwendung der Heilpflanzen, Beeren und Sämereien. 61 Besucher und Besucherinnen  und ca. 10 Kinder nahmen an dem öffentlichen Anlass teil! Hier ein paar Eindrücke von dem Anlass:

Hier wird die Verwendung der Hagebutten erklärt.

Der Grosse Odermennig (Agrimonia procera) gehört in die Familie der Rosengewächse. Früher wurde die Pflanze als Heilpflanze genutzt. Er wird bei rauhem Hals und  Husten eingenommen und war deswegen als „Sängerpfanze“ bekannt. Am besten wird ein Aufguss der Pflanze gegurgelt.  

Für die Heilkräfte des Odermennigs sind vor allem der hohe Gehalt an Gerbstoffen, die enthaltenen Flavonoide (Gelbe Farbstoffe) und seine ätherischen Öle verantwortlich.

Der Echte Hopfen (Humulus lupulus) ist vielen Menschen als Bestandteils des Biers bekannt. Hopfen hat eine beruhigende und triebhemmende Wirkung. Bereits im Mittelalter gab es erste Reinheitsgebote beim Bier. Sie besagen, dass das Bier nur aus Hopfen, Malz und Wasser bestehen darf. Der Grund für die Verwendung von Hopfenzapfen war zum einen der aromatisch-bittere Geschmack, zum anderen aber auch die konservierende Wirkung.  Auch als Speisepflanze wurde Hopfen genutzt. Der „Hopfenspargel“ wird im März oder April geerntet. Es handelt sich dabei um die jungen, frisch ausgetriebenen Sprosse der Pflanze.

Marco Bobst zeigt das 3 bis 5 lappig und grob gezähnt Laubblatt des Gemeinen Schneeballs (Viburnum opulus).

Im rohen Zustand sind die Früchte des Schneeballstrauchs ebenso leicht giftig wie die anderen Teile der Pflanze. Die Giftstoffe verlieren ihre Wirkung jedoch durch das Kochen. In Russland wird aus den Beeren oft Gelee gekocht.

Die Engelwurz (Angelicas sylvestris) ist eine Pflanzenart innerhalb der Familie der Doldenblütler und verwand mit dem Fenchel, Dill, Pastinake, Anis und der Wilden Möhre. Genutzt werden die Samen und die Wurzeln im Herbst und im Frühling. Bei Wildsammlungen besteht eine Gefahr der Verwechslung mit anderen Doldenblütlern, etwa dem giftigen Gefleckten Schierling (Conium maculatu).

Unter der Eiche erzählte uns Marco die Geschichte des Bonifatius der eine Eiche fällte, welche die Germanen ihrem Gott Donar geweiht hatten. Eicheln wurden im Krieg als Kaffeersatz genutzt und mit Eichelmehl hatten die armen Leute das Weizenmehl gestreckt. Auch Eichelbrot und andere Speisen, die man mit Mehl backen konnte, wurden in Notzeiten aus Eichelmehl hergestellt. Es handelt sich hier also nicht um kulinarische Märchengeschichten, sondern um Zubereitungsmethoden, die in unserer Zeit langsam aber sicher in Vergessenheit geraten.

Marco zeigt die  kreuzweise wechselständigen Blätter der Pflanze. Der Ufer-Wolfstrapp (Lycopus europaeus):  Als Arzneipflanze dienen die kurz vor der Blüte geernteten oberirdischen Pflanzenteile. Die daraus hergestellten Fertigpräparate werden bei leichter Schilddrüsenüberfunktion und deren Begleiterscheinungen wie Nervosität und Herzrasen eingesetzt. 

Weiter gehts zur Nachtkerze!

Die Gemeine Nachtkerze (Oenothera biennis) gilt heutzutage schon beinahe als heimische Pflanze - dabei ist sie eigentlich ein Neophyt, der im 17. Jahrhundert von Nordamerika (als Zierpflanze) in unsere hiesigen Gefilde eingeschleppt wurde, sich seither kräftig verbreitet und als Gemüse-/Heilpflanze einen Namen gemacht hat. Die gelben Blüten der Nachtkerze duften köstlich und werden gerne von Nachfaltern angeflogen.  Die komplette Pflanze kann gegessen werden. Die Blüten können als Salat gegessen werden. Aus den Samen wird das begehrte Nachtkerzen-Öl (z.B. zur inneren Anwendung bei Neurodermitis oder als Bestandteil von Hautcremes) gewonnen. Die Samen können auch in einem Müesli gemischt werden. Blätter und Wurzeln lassen sich als Gemüse verzehren, wobei die Farbe der Wurzel (nach dem Kochen) der Pflanze den Namen "Schinkenwurz" einbrachte. Die rosa Wurzel wurde früher oft als Fleischersatz genutzt.

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