Eigentlich liesse ihr wissenschaftlicher Name Lacerta agilis vermuten, dass die Zauneidechse überaus agil und anpassungsfähig ist. Und: dass sie mit den veränderten Lebensbedingungen in der modernen Kulturlandschaft bestens zurechtkommen würde. Doch das Gegenteil ist der Fall. Wie die meisten anderen Reptilien auch, leidet die in der Schweiz einst weit verbreitete und häufige Eidechse unter dem Verlust ihrer Lebensräume. Regional ist sie bereits selten geworden, da und dort sogar verschwunden. Damit ihre Bestände nicht weiter sinken, benötigt die Zauneidechse, die auf der Roten Liste steht, unseren Schutz und unsere Hilfe. Nötig sind dazu Fördermassnahmen, die auch den erwünschten Erfolg versprechen. Die vorliegende Broschüre der Albert Koechlin Stiftung zeigt auf, mit welchen Massnahmen die Zauneidechse wirksam gefördert werden kann. Sie richtet sich an Naturschutzakteure, Landwirte, Waldeigentümer, Unterhaltsverantwortliche von Verkehrsbegleitflächen und öffentlichen Grünflächen, aber auch an Privatgartenbesitzer. Ihnen allen vermittelt sie in komprimierter Form das nötige Wissen, damit Förderprojekte zum Erfolgserlebnis werden.

https://www.zauneidechse.ch/downloads-shop/

 Bild: Zauneidechsen Männchen (Stefanie Pfefferli)

Namen und Bezeichnung

Die Zauneidechse ist eine typische Bewohnerin von Übergangs- und Grenzbereichen, was ihr deutscher Name schön beschreibt. Sehr treffende Namen gibt es auch in anderen Ländern, denn die „sand lizard“ (englisch), „Zandhagedis“ (niederländisch) und „Sandödla“ (schwedisch) besiedelt insbesondere Sandböden. Eidechsentypisch sonnt sich die Art gerne auf Baumstümpfen, was der französische Name „lézard des souches“ beschreibt. Die wissenschaftliche Bezeichnung Lacerta agilis („flinke Eidechse“) gab ihr im Jahr 1758 der schwedische Naturforscher Carl von Linné. Die gleiche Bedeutung hat auch der russische Name „prytkaja jaszczeriza“. Die Zauneidechse ist die kleinste Vertreterin der Smaragdeidechsen (Gattung Lacerta s. str., also im engeren Sinne), die zur Familie der Echten Eidechsen (Lacertidae) zählen.

 

Bild: Zauneidechsen Männchen (Stefanie Pfefferli)

Kennzeichen

Insbesondere ältere Zauneidechsen haben einen recht kräftigen Körper mit eher kurzen Beinen (Wald- und Mauereidechsen sind deutlich zierlicher). Die Köpfe von Zauneidechsen sind mehr oder weniger deutlich vom Rumpf abgesetzt und insbesondere bei Männchen recht massig. Sie enden in kurzen, stumpfen Schnauzen und sind etwa ein Drittel länger als breit. Ihre Schwänze sind ziemlich dick und verjüngen sich nur langsam. Unversehrte Schwänze sind etwa 1,25–1,7 Mal so lang wie der restliche Körper. Die Schwanzschuppen sind in deutliche Wirtel gegliedert und oberseits stark gekielt. Die Grundfarbe von Zauneidechsen ist Braun. Die Flanken erwachsener Männchen sind zur Paarungszeit leuchtend grün; die der vorjährigen Männchen werden im Sommer grün. Zu anderen Jahreszeiten sind manche Männchen oberseits ganz braun und werden dann leicht mit Weibchen verwechselt. Wie bei vielen anderen Eidechsenarten wird der Rücken durch zwei sandfarbene (Parietal-) Bänder von den Körperseiten abgesetzt. Die zwischen diesen Bändern liegenden Rückenschuppen sind bei Zauneidechsen schmaler, länglicher und schärfer gekielt als die Schuppen am Rand des Rückens und an den Flanken.

 

Bild: Zauneidechsen Männchen (Stefanie Pfefferli)

Auf dem Rücken verlaufen drei mehr oder minder stark aufgelöste, weisse Linienbänder. Die weissen Punkte oder Striche werden oft von dunklen Flecken umrahmt, die sich – wie die Grundfarbe – teilweise recht schnell verändern. Dagegen sind die weißen Linien und Punkte auf dem Rücken konstant und können als Muster zur individuellen Wiedererkennung der Tiere dienen. Insbesondere jüngere Zauneidechsen haben an den Flanken sogenannte Augenflecken (Ocelli), die aus einem dunklen Fleck mit einem hellen „Auge“ in der Mitte bestehen. Alte Zauneidechsen zeigen an den Körperseiten oft nur noch dunkle Tupfen oder Marmorierungen. Die Unterseite von Männchen ist grünlich mit schwarzen Flecken oder Punkten, die der Weibchen gelblich bis beige und nicht immer gefleckt. Insgesamt sind die bei Zauneidechsen auftretenden Zeichnungsmuster überaus variationsreich. Durch die verschiedenen Zeichnungselemente werden die Körperkonturen im Lebensraum optisch aufgelöst, Zauneidechsen sind in ihren typischen Umgebungen daher oft perfekt getarnt. Neben insgesamt sehr vielfältig, aber mehr oder weniger typisch gefärbten Tieren kommen auch Farbvarianten vor: Schwärzlinge (melanistische Zauneidechsen) sind am ganzen Körper sehr dunkel, die typischen Zeichnungselemente schimmern meist schwach durch.

 

Bild: Zauneidechsen Männchen (Stefanie Pfefferli)

Sogenannte concolor-Tiere sind ganz zeichnungslos; ihre Weibchen sind einfarbig braun, Männchen zeigen auch grüne Flanken. Am bekanntesten sind rotrückige Zauneidechsen, sogenannte erythronotus-Mutanten. Ihnen fehlt die typische Rückenzeichnung, ihr Rücken ist einfarbig rotbraun oder braun gefärbt (teilweise mit schwarzen Punkten oder Flecken auf dem Rücken). Die Flanken sind bei dieser Variante normal gefärbt und gezeichnet.

 

Bild: Zauneidechsen Weibchen (Stefanie Pfefferli)

Masse und Gewichte von Zauneidechsen sind unter anderem vom Alter der Tiere, ihrem Lebensraum und der Jahreszeit abhängig und differieren zwischen verschiedenen Unterarten. Die Körperproportionen von Männchen und Weibchen unterscheiden sich recht deutlich: Männchen haben relativ (zum Körper) wesentlich grössere und breitere beziehungsweise insgesamt massigere Köpfe. Ihre Schwanzwurzeln sind deutlich verdickt, und der Anteil unversehrter Schwänze an der Gesamtlänge ist etwas grösser. Dagegen sind die Rümpfe der Weibchen in Relation länger.
In Deutschland wurden maximale Kopf-Rumpf-Längen (KRL) von 96,2 mm (Weibchen aus Hessen) und 240 mm Gesamtlänge, mit einer Masse von 18,6 g (Weibchen, Männchen aus Brandenburg) ermittelt. Die meisten Zauneidechsen bleiben deutlich kleiner. Frisch geschlüpfte Zauneidechsen wiegen 0,45–0,55 g, haben KRL von 20–30 mm und Gesamtlängen von 45–65 mm.

 Auszug aus der Broschüre zum „Reptil des Jahres 2020 – Die Zauneidechse

 

 Bild: Zauneidechsen Männchen (Stefanie Pfefferli)

 

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